E10 soll im Herbst kommen

Da es nun wirklich so aussieht, dass im Herbst der umstrittene E10- Sprit in Österreich eingeführt werden soll, greife auch ich heute nochmals das Thema auf. Der E10 ist ein Benzin mit einer zehnprozentigen Beimischung von Bioethanol. Das Problem daran, nicht jedes Auto verträgt diesen Kraftstoff. Aus diesem Grund hat nun der Verband der Automobilimporteure eine Liste veröffentlich, welche Fahrzeuge diesen Kraftstoff tanken können.  

Dazu hat der Geschäftsführer des Verbandes Christian Pesau erklärt: „Wir wollten auf das Ergebnis der politischen Diskussion zur Einführung des Kraftstoffes E10 warten und dann eine aktuelle Liste veröffentlichen. Leider gibt es ein solches noch immer nicht, allerdings verlangen die Autofahrer zu Recht nach entsprechender Information. Diese wird mit der nun vorliegenden Liste geboten.“

Nun stellt sich aber, wie schon mal von mir berichtet die Frage, „Will ich das überhaupt?“ „Ist das wirklich besser?“ „Helfe ich damit unserer Umwelt?“. Meine Meinung dazu hab ich bereits in den Beitrag „E10 Die Verarschung der Menschen“ kundgetan. Jedoch ist Landwirtschafts- und Umweltminister Nikolaus Berlakovich davon überzeugt und will den umstrittenen Treibstoff noch im heurigen Herbst stufenweise einführen. Er braucht dafür aber auch die Genehmigung des Wirtschafts-, Gesundheits- und Verkehrsministerium. Naja ob die der gleichen Ansicht sind wie ich weiß ich nicht, ich weiß nur eins sie sträuben sich dagegen. Ebenfalls fix ist, das E10 teurer ist als fossiler Benzin und es keine Steuerbegünstigung geben wird. ÖAMTC und ARBÖ lehnen E10 ab und sind davon überzeugt, dass die Autofahrer wieder einmal tiefer in ihre Tasche greifen müssen.

„Die Produktion von Agro- Treibstoffen – allen voran Mais und Soja – ist Mitschuld an den steigenden Nahrungsmittelpreisen und somit am Hunger in manchen Weltregionen. Außerdem sind Agro- Treibstoffe weder Bio noch nachhaltig. Im Gegenteil, sie schaden der sozialen und ökologischen Entwicklung in vielen Teilen der Welt“, sagt etwa Petra Bayr, SPÖ- Bereichssprecherin für globale Entwicklung. Ihr Appell an den Koalitionspartner: „Mit Essen tankt man nicht.“

Auch der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hat dazu eine Meinung und sagt: „In großen Mengen hergestellt ist Biosprit klimaschädlicher als fossile Treibstoffe. Bis zum Jahr 2020 würden bei Umsetzung der EU- Agrotreibstoff- Politik zusätzliche 27 bis 56 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr in die Atmosphäre gelangen, ergäbe eine Studie des Instituts für Europäische Umweltpolitik.“

Der Hersteller in Österreich heißt Agrana und versteht die Welt nicht mehr. Er hat keinerlei Verständnis für die diese Vorwürfe. „Denn für Bioethanol aus Österreich werde kein Brotgetreide verwendet und der Preisunterschied zwischen E10 und herkömmlichem Benzin ist so gut wie nicht erwähnenswert.“

Hier kommt ihr zur Liste, welche Autos vertragen den Kraftstoff E10?

Jens ein Autoblogger aus Deutschland hat die E10 Problematik auch hinterleuchtet und hinterfragt.



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Datum: Mittwoch, 12. September 2012 12:00
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