Autobrand – Wenn das Auto brennt

Alle wichtigen Informationen über einen Autobrand oder wie lösche ich ein brennendes Auto richtig, um dieses Thema geht es heute.

Solche brenzlingen Situationen können immer wieder vorkommen, öfter als man denkt.
Deshalb sollte man sich mit diesem Thema gut auseinander setzen, damit man auf solch eine Situation gut vorbereitet ist und man genau weiß was zu tun ist. Denn ein richtiger Löschangriff kann Leben retten.

Daher möchte ich euch dieses Thema näher bringen und die Tipps aus dem ARBÖ Magazin „Freie Fahrt“ mit euch teilen.

Autobrand, ein brennendes Auto

 

Wenn sich der Verbrennungsprozess im Motor nach außen verlagert, herrscht Gefahrenstufe Rot, geht es besonders nach Unfällen oft um Leben und Tod. Trotdem halten es kaum 16 Prozent aller Autofahrerinnen und Autofahrer für nötig einen Feuerlöscher mitzuführen, mit dem man im Notfall helfen kann.

Auch der Gesetzgeber hält sich dabei bisher zurück. Vorgeschrieben ist das Mitführen von Feuerlöschern in Gefahrenguttransportern (LKW), nicht aber in PKW’s, gan im Gegensatz zur Autoapotheke. Obwohl die Versicherungen in Österreich rund 700 Fahrzeugbrände pro Jahr registrieren, wobei in dieser Statistik nur Schäden über € 2.000,- aufscheinen. Experten gehen daher von rund 2.000 jährlichen Brandereignissen bei Autos aus. Statistisch gesehen bedeutet das, es brennen jeden Tag in etwa 5 Autos in Österreich.

Die Ursachen hierfür sind breit gefächert, sie reichen von Unfällen über Kabelbrände, Defekte an Leitungen, brennende Zigaretten, schadhafte Autoreifen, unsachgemäße Reparaturarbeiten, auslaufenden Treibstoff bis zur Überhitzung von Bremsen oder heißen Katalysatoren beim Parken auf trockenem Gras. Sogar Spraydosen und Gasfeuerzeuge, unter direkter Sonneneinstrahlung im geparkten Auto zurückgelassen, können im Sommer explodieren.

Ing. Heimo Krajnz, als stellvertretender Branddirektor der Grazer Berufsfeuerwehr in seinem Wirkungsbereich mit rund 70 Autobränden im Jahr konfrontiert, räumt sofort mit einem Vorurteil auf: „Dass Autos bei Ausbruch eines Brandes sofort explodieren, kommt fast nur in Hollywood-Filmen vor. Üblicherweise bleibt genügend Zeit, das Feuer mit geeigneten Löschmitteln einzudämmen, wenn man es schnell und richtig macht. Denn  in der Regel dauert es zwischen fünf und 15 Minuten, bis ein Auto in Vollbrand steht und etwa 30 Minuten bis zum vollständigen Ausbrennen. Steht jedoch ein Auto erst einmal im Vollbrand, kann diesen nur noch die Feuerwehr gezielt bekämpfen.“

Zwei entscheidende Voraussetzungen sind allerdings zu erfüllen, wenn ein Autobrand schon in der Entstehungsphase erfolgreich bekämpft werden soll: Ein vollwertiger Feuerlöscher muss an Bord sein und man muss mit seiner Handhabung so vertraut sein, dass sie auch in einer Stresssituation funktioniert.

Punkt 1, Zwei Kilo Löschmittel sollte das Gerät mindestens beinhalten und geeignet sowie zugelassen sein für die Brandklassen A (feste Brennstoffe), B (flüssige oder flüssig werdende Brennstoffe) und C (Gasse). Abgeraten wird auch von sogenannten Löschsprays im Autoeinsatz. Diese gibt es zwar in handlichen Dosen, aber meist nur mit geringem Inhalt, somit besteht die Gefahr von Rückzündung und Wiederaufflammen.

Empfohlen wird eben ein Feuerlöscher mit mindestens zwei Litern Inhalt, einfache Einhandbedienung, Manometer und Zulassung nach ÖNORM EN 3. Mit Manometer deshalb, da ein Blick genügt, um sich zu vergewissern, dass der Druck im grünen Bereich liegt und alles auf Anhieb funktioniert. Sehr zu empfehlen ist auch eine inkludierte Halterung zur sicheren Montage, am besten unter dem Sitz oder auf der Mittelkonsole, damit das Ding bei einem Unfall nicht durch die Gegend fliegt. Man kann den Feuerlöscher auch im Kofferraum mitführen, hier sollte dieser aber griffbereit verstaut sein und nicht unter dem gesamten Gepäck.

Punkt 2, der richtige Umgang, Einsatz und Ablauf einer Löschaktion.

Richtig löschen – Wie lösche ich ein in Brand geratenes Auto richtig?

 

Brand des eigenen Fahrzeuges:

Sofort anhalten (Pannenstreifen, Tunnel-Nische, übersichtliche Stelle) und Zündung ausschalten
Motorhaube entriegeln, aber nicht öffnen
Mitfahrer in Sicherheit bringen (Warnwesten und Pannendreieck)
Feuerwehr alarmieren (Handy, Notrufsäule)

Löschen:

Handschuhe anziehen,
bei Brand im Motorbereich die entriegelte Motorhaube ca. 20 cm anheben und durch kurze, gezielte Pulverstöße den Brand löschen.
Nicht gegen Windrichtung löschen. Wiederentzündung beachten.

Brand eines fremden Autos:

Bei Brandanzeichen (Rauchentwicklung, Geruch) Lenker durch Licht und Hupzeichen aufmerksam machen. Danach wie oben vorgehen.

Brand eines verunfallten Fahrzeuges:

Unfallstelle absichern
Alarmieren der Einsatzkräfte (Polizei, Rettung, Feuerwehr)
Personen aus Fahrzeug bergen. Unbedingt Handschuhe anziehen, ein Gurtmesser zum schnellen Abschneiden der Sicherheitsgurte kann lebensrettend sein
Bei brennenden Personen Flammen mit Decke oder Mantel ersticken, im Notfall Feuerlöscher benutzen.
Erste Hilfe leisten!

Gefährlich für die Insassen eines Autos sind nicht nur die Flammen und eventuelle Brandwunden, sondern auch die giftigen Dämpfe, die bei der Verbrennung von Kunststoffen ensteht.
Benzin allein ist nicht das Problem, hochentzündlich sind hingegen auch Benzindämpfe, also ein Treibstoff-Luft-Gemisch.

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Datum: Montag, 26. Mai 2014 9:00
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