Welche Kosten fallen beim Gebrauchtwagen-Kauf wirklich an?

Von der Versicherung bis zur Reparatur: Der vollständige Kostenüberblick für Gebrauchtwagenkäufer.

 

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Warum der Kaufpreis nur der Anfang ist

 

Ein günstiger Gebrauchtwagen wirkt oft wie ein Schnäppchen – doch die laufenden Kosten können schnell die Freude trüben. Neben dem Kaufpreis fallen fixe und variable Ausgaben an, die bei der Entscheidung unbedingt berücksichtigt werden sollten.

 

Im Folgenden zeigen wir dir, welche Kosten beim Gebrauchtwagen-Kauf wirklich anfallen – und wie du sie clever im Griff behältst.

 

 

1. Kfz-Steuer – abhängig von Hubraum und CO₂-Ausstoß

 

Die Kfz-Steuer ist eine jährliche Pflichtabgabe, deren Höhe sich aus zwei Faktoren ergibt:

 

1. Hubraum (Benziner: 2 € pro 100 ccm, Diesel: 9,50 € pro 100 ccm)

 

 

2. CO₂-Ausstoß (ab 95 g/km = 2 € pro Gramm zusätzlich)

 

 

 

Beispiel:

Ein VW Golf 1.4 TSI mit 120 g CO₂/km kostet rund 90–120 € jährlich, während ein älterer Diesel mit 150 g CO₂/km schnell auf 250–300 € kommen kann.

 

Tipp:

Wenn du sparsam fahren willst, wähle ein Fahrzeug mit geringem Hubraum und moderner Abgasnorm (z. B. Hyundai i10, Dacia Sandero, Toyota Yaris).

 

 

 

2. Versicherung – große Unterschiede je nach Typklasse und Fahrerprofil

 

Die Kfz-Versicherung ist der zweitgrößte Kostenblock. Sie setzt sich zusammen aus:

 

Haftpflichtversicherung (gesetzlich vorgeschrieben)

 

Teilkasko (z. B. Diebstahl, Glasbruch, Wildschäden)

 

Vollkasko (zusätzlich: selbstverschuldete Unfälle, Vandalismus)

 

 

Die Beiträge richten sich nach:

 

Fahrzeugtyp (Typklasse)

 

Region (Regionalklasse)

 

Alter, Schadensfreiheitsklasse, Kilometerleistung

 

 

Kostenbeispiele:

 

Kleinwagen (z. B. Dacia Sandero, Toyota Aygo): ab 350–500 € jährlich

 

Kompaktklasse (z. B. VW Golf, Ford Focus): ab 600–800 € jährlich

 

 

Spartipp:

Jährlicher Versicherungsvergleich über Portale wie Check24 oder Verivox spart bis zu 400 € im Jahr.

 

 

 

3. Wartung und Inspektion – regelmäßige Checks sind Pflicht

 

Auch ein günstiger Gebrauchtwagen braucht Pflege. Typische jährliche Inspektionskosten:

 

Kleinwagen: 150–300 €

 

Kompaktklasse: 250–500 €

 

Ältere Fahrzeuge: mehr durch zusätzliche Reparaturen

 

 

Regelmäßige Wartung verhindert teure Folgeschäden – insbesondere bei Zahnriemen, Bremsen und Ölwechsel.

 

Tipp:

Suche nach freien Werkstätten mit TÜV-zertifizierten Ersatzteilen – oft 20–30 % günstiger als Markenwerkstätten.

 

 

4. Reparaturen und Verschleißteile – der Unsicherheitsfaktor

 

Je älter das Auto, desto höher das Risiko unerwarteter Kosten. Häufige Verschleißteile:

 

Bremsen: 150–400 €

 

Auspuff: 200–500 €

 

Kupplung: 500–1.000 €

 

Stoßdämpfer: 300–800 €

 

 

Faustregel:

Plane pro Jahr mindestens 300–600 € Rücklage für unvorhergesehene Reparaturen ein.

 

Extra-Tipp:

Ein gebrauchtes Fahrzeug mit Garantie oder Gewährleistung vom Händler ist sicherer als ein Privatkauf ohne Absicherung.

 

 

 

5. TÜV, HU und AU – Pflicht alle zwei Jahre

 

Jedes Auto muss alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung (HU) und Abgasuntersuchung (AU).

 

Kosten: 100–130 €

 

Zusatzkosten möglich, wenn Mängel behoben werden müssen

 

 

Pro-Tipp:

Vor dem Kauf auf die HU-Plakette achten – steht die Untersuchung bald an, kann das dein Verhandlungstrumpf sein.

 

 

 

6. Benzin, Diesel oder Autogas – die laufenden Betriebskosten

 

Kraftstoffkosten hängen stark vom Fahrverhalten und Verbrauch ab.

 

Beispielhafte Jahreskosten (bei 10.000 km/Jahr):

 

Benziner (6 l/100 km, 1,90 €/l): ca. 1.140 €

 

Diesel (5 l/100 km, 1,80 €/l): ca. 900 €

 

Autogas (8 l/100 km, 1,10 €/l): ca. 880 €

 

 

Alternative: Kleinwagen mit LPG-Antrieb (z. B. Dacia Sandero ECO-G) oder Hybridfahrzeuge sparen langfristig Spritkosten.

 

 

7. Zulassung, Kennzeichen und Überführung

 

Diese Kosten fallen nur einmalig beim Kauf an:

 

Zulassung: 30–50 €

 

Kennzeichen: 15–25 €

 

Überführungs- oder Transportkosten (bei Online-Kauf): bis zu 250 €

 

 

 

8. Wertverlust – die versteckte Kostenfalle

 

Auch Gebrauchtwagen verlieren an Wert – wenn auch langsamer als Neuwagen.

 

Durchschnittlich 5–10 % pro Jahr

 

Modelle mit stabilem Marktwert (z. B. VW Golf, Dacia Sandero, Toyota Yaris) sind im Vorteil

 

 

Tipp:

Kaufe ein 3–5 Jahre altes Auto – hier ist der größte Wertverlust bereits vorbei.

 

 

9. Zubehör und Reifenwechsel

 

Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen, Lagerung und Auswuchten kosten ebenfalls Geld.

 

Reifenwechsel inkl. Lagerung: 60–100 € pro Jahr

 

Neue Reifen alle 4–5 Jahre: 250–400 €

 

 

 

10. Finanzierungskosten (optional)

 

Wenn du das Auto über Kredit oder Finanzierung kaufst, fallen Zinsen an.

Beispiel:

10.000 € bei 6 % Zins über 4 Jahre → rund 1.270 € Gesamtkosten.

 

Vergleiche immer den effektiven Jahreszins, nicht nur den Sollzins!

 

 

Ein günstiger Gebrauchtwagen kann eine gute Entscheidung sein – wenn du alle Folgekosten einkalkulierst.

Neben dem Kaufpreis musst du jährlich mit mindestens 1.000–1.500 € laufenden Fixkosten rechnen – abhängig von Fahrzeugklasse, Alter und Nutzung.

 

Wer diese Kosten kennt und einkalkuliert, erlebt beim Gebrauchtwagenkauf keine bösen Überraschungen.

 

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Welche Kosten fallen beim Gebrauchtwagen-Kauf wirklich an?

Gebrauchtwagen gekauft? Erfahre, welche Kosten nach dem Kauf auf dich zukommen – von Steuer und Versicherung bis zu Wartung, Reparaturen und TÜV.

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Datum: Dienstag, 10. Februar 2026 6:00
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