An der Telefonzelle Stromtanken

In Wien steht der Prototyp für die Telefonzelle die eine Stromtankstelle werden soll. In Österreich, genau gesagt in Wien gibt es zurzeit 13.500 Telefonzellen der Telekom Austria (TA). Diese Telefonzellen werden durch die Handys immer seltener genützt. Doch nun hat man dafür eine Verwendung gefunden. Die Telekom Austria will bis zum Jahr 2030 alle 13.500 Telefonzellen zu Stromtankstellen umbauen lassen.

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Der erste Prototyp kann man an der Telekom-Zentrale in der Lassallestraße in Wien schon mal bewundern. Jetzt im Probebetrieb können alle Elektrofahrzeug-Besitzer kostenlos ihr Auto aufladen. Anschließend wird dann per Handyrechnung bezahlt.

TA-Boss Hannes Ametsreiter meinte: „Ob wirklich alle Telefonzellen umgerüstet werden müsse man erst ausloten“. Pro Umbau von der Telefonzelle zur Stromtankstelle müsse man mit 1.500 bis 3.00 Euro rechnen. Sinn macht dieser Umbau natürlich nur dann, wenn es entsprechende Abstellplätze für Elektrofahrzeuge gibt. Aber natürlich gibt es auch da schon Gespräche mit Kommunen. Um ein Elektroauto voll aufladen zu können, muss es in etwa 6,5 Stunden an der Ladestation hängen. Ein Elektro-Scooter braucht cirka 80 Minuten und ein Elektrofahrrad 20 Minuten. Für eine Auto-Tankladung muss man mit einem „einstelligem Eurobetrag“ rechnen.

Martin Blum vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) ist völlig bewusst, dass der Markt der Elektroautos in Österreich noch nicht wirklich sehr groß ist, eher ganz im Gegenteil. 2009 waren gerade Mal 223 Elektroautos angemeldet und 3.559 Pkw hatten einen Hybridmotor, und das von insgesamt 4,36 Millionen Autos.  Doch das soll sich bis 2020 ändern. Man erwartet 405.000 Elektro- und Hybridautos auf den Straßen in Österreich. Ob und wie schnell sich Elektroautos angenommen werden, hängt vom Treibstoffpreis ab und den CO2-Werten für Neuwagen sowie von der Batterieentwicklung.

Gerade in Österreich wären diese Elektroauto so interessant, da zwei Drittel weniger als zehn Kilometer fahren. Denn dadurch ist auch die kurze Reichweite der Elektroautos, von 150 bis 200 Kilometer, kein Thema.

Bei den Elektrofahrrädern sieht das ganze anders aus. Diese erleben zurzeit gerade ein richtigen boom. Im letzten Jahr wurden 12.000 E-Bikes verkauft und heuer erwartet man 20.000 zu schaffen. Blum glaubt sogar, dass bis zum Jahr 2015 75.000 verkaufte E-Bikes zu schaffen sind. Besonders geeignet sind diese E-Bikes für ältere Leute und Business-Leute. Ältere Leute tun sich einfach leichter und die Business-Leute kommen so nicht verschwitzt ans Ziel. Der VCÖ glaubt auch daran, dass 2015 50.000 bis 60.000 Elektromopeds- und motorräder auf den Straßen fahren werden. Ende 2009 waren es 1.995 zugelassene E-Motorräder- und mopeds.

Während des Probebetriebs können alle Besitzer von Elektrofahrzeugen via SMS oder RFID-Chip, der in den Fahrzeugstecker eingebaut wird, sich identifizieren. Direkt an der Ladestation ist dann keine Anmeldung notwendig. Noch der Pilotphase soll man dann per paybox bezahlen können. Die Abrechnung über das Handy funktioniert bei allen außer bei den Kunden die „3“  besitzen. Im Jahr fallen dadurch Gebühren von cirka 19 Euro an. Die paybox austria GmbH gehört mehrheitlich der TA, knapp 17 Prozent hält Orange.

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Datum: Dienstag, 18. Mai 2010 12:00
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2 Kommentare

  1. 1

    Ein interessantes Modell für alle Großstädte, denn besonders hier sind Elektroautos und Elektrobikes prädestiniert für den kurzen innerstädtischen Trip. Auch wenn nur ein Bruchteil der über 13.000 vorhandenen Telefonzellen umgebaut würde, wäre damit schon viel erreicht.

  2. 2

    Bin schon gespannt wie sich dieses System durchsetzt.

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