Müdigkeit am Steuer – 10 hilfreiche Tipps zur Vorbeugung

Übermüdung beim Autofahren darf man nicht unterschätzen.

Risikogefahr – So beugt man richtig vor – 10 Tipps zur Vorbeugung!

Viele Pendler und viele Urlaubsreisende kennen das, Sommer und Sonne, oder auch Abends im Dunkeln, aber auch endlose Fahrten, Staus und Kolonnen.

Besonders bedroht von dem Risiko, Müdigkeit am Steuer, sind Berufskraftfahrer, LKW- und Bus-Chauffeure.

In etwa jeder vierte tödliche Unfall und jeder dritte Verkehrsunfall insgesamt wird bereits durch Schlafstörungen und Übermüdigkeit verursacht. Ein Problem, das dem Alkohol am Steuer gleichzusetzen ist.

Übermüdung ist ähnlich wie Alkohol

Wer sich übermüdet hinter das Steuer setzt, wer 17 Stunden am Stück wach ist, ohne auch nur einen Tropfen Alkohol getrunken zu haben, reagiert so, als habe er 0,5 Promille Alkohl im Blut. Nur eine einzige Nacht ohne Schlaf reduziert das Reaktionsvermögen wie bei 1,0 Promille.

Unfallwahrscheinlichkeit steigt um 630 Prozent

Aufgrund internationaler Studien weiß man, dass Schlafstörungen die Unfallwahrscheinlichkeit um nicht weniger als 630 Prozent steigen lassen.

Keine Hetzjagd in den Urlaub

Grund genung, sich die Hetzjagd in den Urlaub gründlich zu überlegen. Wer sich nicht ausgeruht ans Steuer setzt, wer nach einem Arbeitstag die Nacht durchfahren will, geht ein hohes Risiko ein, das nicht nur ihn selbst, sondern auch die Mitfahrer, Familie und andere Verkehrsteilnehmer in große Gefahr bringt.

Gefahr am frühen Morgen und am Nachmittag

Hierbei sind vor allem zwei Stunden-Zeiträume zu beachten, jener vor vier Uhr früh (in der Seefahrt kennt man dieses frühmorgendliche Tief als Hundswache) und jener vor 15 Uhr. In dieser Zeit arbeitet unser Körper im Schongang, die Fehlerquoten und Unfallraten steigen rapide. Besonders gefährlich, ist jenes Intervall vom Beschluss, eine Pause einzulegen, bis zum Erreichen eines Parkplatzes. In dieser Zeit ist man bereits abgemeldet, unkonzentriert und schläft umso leicher ein. Nach neuen schlafmedizinischen Untersuchungen lässt sich damit auch eine zunehmende Unfallhäufigkeit in unmittelbarer Nähe des Wohn- oder Ferienortes erklären.

10 Tipps gegen Müdigkeit am Steuer

Dies sind die besten Tipps von Univ.-Prof. Dr. Manfred Walzl, seines Zeichens, Vorstand der Schlafmedizin in der Landesnervenklinik in Graz

1. Nur ausgeschlafen hinters Steuer setzen

Eine Norm für den Schlafbedarf gibt es nicht. Doch nach wie vor gilt, zwischen sieben und neun Stunden sollte man ruhen. Deshalb vor jeder größeren Reise mit dem Auto müssen mindestens drei Nächte mit ausreichendem Schlaf liegen.

2. Auf Komfort im Auto achten

Der Arbeitsplatz des Autofahrers muss stimmen. Richtige Sitzposition, lockere Kleidung, milde Wärme im Winter, mäßige Kühlung im Sommer

3. Richtig essen

Zu viel, zu schwer, zu fett, all dies fördert die Müdigkeit. Ballaststoffreiche, leicht verdauliche Kost, verteilt auf mehrere kleine Mahlzeiten, wirkt dagegen günstig und zwingt außerdem zu Pausen. Essen während der Fahrt lenkt ab.

4. Während der Fahrt regelmäßig trinken

Die Wasserflasche muss ständiger Reisebegleiter sein. Über Schweiß und Atmung geht ständig Flüssigkeit verloren. Klimaanlagen verschlimmern das Problem. Da kann bei einer längeren Autofahrt schon viel zusammenkommen. Flüssigkeitsverlust führt zu Bluteindickung, das Gehirn wird zu wenig mit Sauerstoff versorgt, Müdigkeit ist die Folge.

5. Nicht im Auto rauchen

Zigarettenrauch im Auto reduziert die Sauerstoffkonzentration, wodurch es zu Ermüdung kommt.

6. Müdigkeitszeichen erkennen und deuten

Jeder kennt sich selbst am besten. Auch was die Zeichen der Müdigkeit betrifft. Schwere Augenlider, Blinzeln, ständiges Wischen durch das Gesicht usw. Da hilft nur eines, so rasch wie möglich eine Pause machen.

7. Regelmäßige Pausen und Bewegung machen

Auch wenn man sich noch gar nicht müde fühlt, so sind trotzdem regelmäßige Pausen eine Pflicht. Kleine gymnastische Übungen machen, damit die Durchblutung wieder in Schwung kommt. Mehr Sauerstoff im Körper verhindert die vorzeitige Ermüdung.

8. Den „Power-Nap“ pflegen

Im 24-Stunden-Zyklus hat der Mensch zwei Tiefpunkte, zwischen ein und drei Uhr früh und zwischen 13 und 15 Uhr nachmittags.Wer zu diesen Zeiten unterwegs ist, muss sich 20 Minuten Schlafpause gönnen. Ausgedehnte Untersuchen haben ergeben, dass es nach dieser kurzen Schlafpause (Power-Nap) zu einem deutlichen Anstieg von Konzentration, Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit kommt.

9. Nicht auf Kaffee und Energydrinks verlassen

Gegen Müdigkeit gibt es nur ein Mittel und das nennt sich Schlaf! Kaffee und Energydrinks wirken erstens verzögert und halten in der Wirkung nur kurz an.

10. Kritisch zu sich selbst sein

Nein, man hat sich nicht immer voll unter Kontrolle. Mit Willenskraft allein fährt man garantiert nicht sicherer. Schlafbedürfnis kann man nicht kontrollieren. Früher oder später holt sich der Körper ganz automatisch, was er benötigt.

Quelle: Arbö

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Datum: Freitag, 6. Juni 2014 9:00
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